Jede Menge Joghurt: "sexy boy" von Dirk Werner

 

Man braucht sich nicht lange umzuschauen, um festzustellen, dass man in einer Welt voller Illusionen lebt. Dass dabei Desillusionierung dennoch völlig unerwünscht sein kann, zeigt sich in Dirk Werners neuem Theaterstück. Sechs Szenen fügen sich hier zu einem Monolog. Wobei man eigentlich fehlgeht, nur von einem Monolog zu sprechen. Denn andere Stimmen als die des Protagonisten werden wach. Und genau so wenig, wie allein von einem Selbstgespräch die Rede sein könnte, ist es nur ein Stück über die Einsamkeit. Denn im Vordergrund steht erst einmal ein sich in unterschiedlichen Facetten wiederholender Betrug. Wobei der Betrüger und die Betrogenen einig sind über ihr Tun, so oft sie auch miteinander agieren.

„sexy boy“ ist auch ein Stück über die Liebe, witzig, lebhaft, doch diesmal über die Liebe zu einem Tier. Dieses, gewaltsam aus einem Tierheim befreit, fristet sein Dasein unter dem Küchenschrank des Protagonisten. Zudem behandelt das Stück die Biografie eines Mannes, die sich vor allem einem einzigen Talent verdankt. Einem Talent und, wie es scheint – Unmengen von Joghurt. Im Hintergrund stellt das Stück allerdings die Frage, ob es tatsächlich so gut ist, über ein ausgereiftes Talent zu verfügen. Folgen dem Talent nicht die Ausbeutung desselben (und die Selbstausbeutung durch den Talentierten) und schließlich Unzufriedenheit und das Gefühl, einen falschen Weg gegangen zu sein? Daneben jedoch offenbaren die Szenen viele andere Fragen, die ihrerseits Spannung und Nachdenklichkeit erzeugen.

Es lesen: Dirk Werner und Werner Bolzhauser

Beginn: 20 Uhr

Eintritt frei – Hut geht rum

 

 

Termine/Mitwirkende
Beginn - wenn nicht anders vermerkt - um 20 Uhr

 

Mittwoch, 21. März